Neben der Farbe spielt auch die Breite der Passepartout-Ränder eine entscheidende Rolle für die Bildwirkung. Sie bestimmt nicht nur, wie viel Raum das Bild bekommt, sondern beeinflusst auch, ob es elegant, modern oder klassisch wirkt. Wer die richtige Proportion wählt, sorgt dafür, dass Motiv, Passepartout und Rahmen in perfektem Einklang stehen.
Warum die Randbreite so wichtig ist
Das Passepartout ist nicht nur ein Abstandhalter zwischen Glas und Bild, sondern auch ein visuelles Gestaltungselement. Mit schmalen Rändern wirkt das Bild eher modern und reduziert, während breite Ränder Ruhe und Wertigkeit ausstrahlen. Eine ausgewogene Breite sorgt dafür, dass das Motiv nicht „erdrückt“ wirkt und gleichzeitig genug Raum hat, um zu strahlen.
Faustregeln für Passepartoutränder
Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Bild, desto breiter darf das Passepartout sein. Dadurch erhält das Motiv optisch mehr Gewicht.
- Kleinere Bilder: großzügigere Ränder, damit das Werk nicht untergeht.
- Mittelgroße Formate: klassische Proportion, Passepartout-Rand etwas breiter als der Rahmen.
- Große Bilder: eher schmalere Ränder, da das Bild selbst schon genug Wirkung hat.
Eine häufig genutzte Faustregel: Der Passepartout-Rand sollte mindestens doppelt so breit sein wie der Rahmen. So entsteht eine harmonische Proportion.
Symmetrisch oder asymmetrisch?
Viele Passepartouts sind symmetrisch geschnitten – die Ränder oben, unten, links und rechts sind gleich breit, was Sinn macht, wenn man Arbeiten im Hoch- und Querformat einzurahmen hat. Für ein besonders spannendes Erscheinungsbild kann es jedoch interessant sein, den unteren Rand etwas breiter zu wählen. Dieses sogenannte Höhersetzen des Ausschnittes sorgt dafür, dass das Bild optisch nicht aus dem Bild herausfällt.

Die Wahl der richtigen Passepartout-Anordnung hängt oft vom Einsatzzweck ab:
- Zentriert: Ideal bei Großauflagen oder wenn noch nicht feststeht, ob die Motive im Hoch- oder Querformat gerahmt werden. Durch die Symmetrie bleibt man flexibel.
- Goldener Schnitt: Besonders geeignet bei quadratischen Ausschnitten im Hochformat. Das Verhältnis sorgt für Harmonie und wirkt vor allem bei künstlerischen Arbeiten sehr ausgewogen.
- Optische Mitte: Die beste Wahl bei klassischen Hochformaten. Durch den etwas breiteren unteren Rand wirkt die Rahmung hochwertiger und die gerahmte Arbeit sitzt optisch „richtig“ im Passepartout.
So lässt sich je nach Bildformat und Präsentationsziel schnell die passende Lösung finden.
Wirkung von sehr breiten Rändern
Sehr breite Ränder können einem Bild eine besondere Ausdruckskraft verleihen. Sie geben dem Werk Raum zum Atmen und lenken den Blick noch stärker auf das Motiv. In der Kunst- und Fotografie-Ausstellungspraxis werden oft breite Passepartouts eingesetzt, um Exklusivität und Professionalität zu unterstreichen.
Tipps für die Praxis
- Passepartout-Rand immer in Relation zur Bildgröße wählen.
- Lieber etwas zu breit als zu schmal – das wirkt wertiger und eleganter.
- Unterer Rand darf bewusst größer sein
- Bei Ausstellungen oder hochwertigen Präsentationen sind Passepartouts mit breiteren Rändern Standard.
Fazit: Die richtige Breite bringt Balance
Die Breite des Passepartout-Randes entscheidet über die Wirkung des gesamten Rahmens. Ob modern, klassisch oder repräsentativ – durch die richtige Proportion zwischen Bild, Passepartout und Rahmen entsteht eine harmonische Einheit, die das Kunstwerk perfekt zur Geltung bringt.
