Ein Passepartout ist längst mehr als nur ein Abstandhalter zwischen Bild und Glas. Es ist ein wichtiges Gestaltungselement, das die Bildwirkung beeinflusst und für Schutz sorgt. Noch eindrucksvoller wird dieser Effekt, wenn nicht nur eine, sondern gleich zwei Lagen Karton eingesetzt werden: das Doppel-Passepartout. Es verleiht Bildern eine besondere Tiefe, steigert die Wertigkeit der Präsentation und ist ein beliebtes Stilmittel in der professionellen Rahmung.
Was ist ein Doppel-Passepartout?
Bei einem Doppel-Passepartout werden zwei Passepartouts übereinandergelegt. Das obere Passepartout besitzt den klassischen Ausschnitt, während das untere leicht zurücktritt und nur als schmale, farbige Kante sichtbar bleibt. Diese zweite Lage kann dezent oder kontrastreich gewählt werden – je nachdem, ob das Bild subtil unterstützt oder stark betont werden soll.
Optische Wirkung – Tiefe und Kontrast
Der vielleicht größte Vorteil des Doppel-Passepartouts ist die zusätzliche Bildtiefe. Durch die zweite Lage entsteht ein Schatteneffekt, der dem Werk mehr Raum gibt und es stärker vom Glas absetzt. Gleichzeitig bringt die sichtbare Farbkante interessante Akzente ins Spiel:
- Ton-in-Ton: Zwei ähnliche Farben wirken edel und zurückhaltend.
- Kontrastreich: Eine dunklere oder kräftige Farbe unter dem hellen Passepartout setzt das Motiv markant in Szene.
- Farbharmonie: Greift die untere Lage eine Bildfarbe auf, entsteht ein stimmiges Gesamtbild.
Schutzfunktion bleibt erhalten
Wie beim einfachen Passepartout schützt auch die Doppellage das Bild vor Kontakt mit dem Glas. Der zusätzliche Karton verstärkt diesen Effekt sogar leicht, da der Abstand größer wird. Für empfindliche Arbeiten wie Aquarelle, Fotografien oder Druckgrafiken ist das besonders vorteilhaft.
Typische Einsatzbereiche
Das Doppel-Passepartout wird überall dort genutzt, wo ein Bild eine besonders hochwertige oder repräsentative Wirkung entfalten soll:
- Fotografie-Ausstellungen: hebt Schwarz-Weiß- oder Farbfotos deutlich hervor.
- Kunstwerke auf Papier: Aquarelle, Radierungen oder Zeichnungen gewinnen an Tiefe.
- Geschenke oder Ehrungen: wertet Bilder auf und macht sie feierlich.
- Wohnräume: sorgt für elegante Akzente, ohne überladen zu wirken.
Gestaltungstipps für Doppel-Passepartouts
- Das obere Passepartout sollte meist neutral sein (weiß, creme, hellgrau).
- Die untere Lage darf etwas kräftiger sein und eine Bildfarbe aufgreifen.
- Der sichtbare Rand der unteren Lage ist in der Regel 2–10 Millimeter breit.
- Bei sehr kleinen Bildern reicht ein feiner Akzent, bei größeren Formaten darf die Farbkante etwas breiter sein.
Qualität und Material
Wie beim einfachen Passepartout gilt: Für hochwertige Rahmungen immer auf säurefreie, alterungsbeständige Museumskartons setzen. Gerade bei Doppel-Passepartouts ist die Materialqualität entscheidend, da zwei Lagen verarbeitet werden und der Schutz über Jahrzehnte hinweg gewährleistet sein soll.
Fazit: Eleganz durch Schichtung
Das Doppel-Passepartout ist die perfekte Wahl, wenn ein Bild nicht nur geschützt, sondern besonders edel präsentiert werden soll. Die zusätzliche Tiefe, die Farbakzente und die repräsentative Wirkung machen es zu einem beliebten Gestaltungsmittel – ob im Museum, in der Galerie oder im privaten Wohnzimmer.
