Ein Bild ist ausgewählt, der Rahmen ist gekauft – und jetzt? Das Einlegen und Befestigen klingt einfach, birgt aber ein paar Fallstricke. Wer es richtig macht, schützt sein Bild langfristig und sorgt dafür, dass es im Rahmen sauber sitzt und nicht verrutscht.
Was gehört in einen Rahmen?
Bevor wir zur Befestigung kommen, lohnt ein Blick auf den typischen Aufbau eines gerahmten Bildes – von vorne nach hinten:
- Acrylglas – schützt das Bild vor Staub und Berührung
- Passepartout (optional) – rahmt das Bild ein und hält Abstand zum Acrylglas
- Das Bild selbst – an der Rückwand befestigt
- Rückwand – Karton oder Hartfaserplatte als stabiler Abschluss
Alle Schichten liegen im Falz des Rahmens und werden gemeinsam durch die Rückwand gehalten.
Hinweis: Die folgenden Schritte beziehen sich auf klassische Bilderrahmen. Wechselrahmen funktionieren nach einem anderen Prinzip und werden gesondert behandelt.
Schritt für Schritt: Das Bild einlegen
1. Rahmen säubern Bevor Sie beginnen, wischen Sie das Acrylglas von innen mit einem fusselfreien, antistatischen Tuch ab. Acrylglas lädt sich leicht statisch auf und zieht Staub an – ein kurzes Abwischen direkt vor dem Einlegen ist daher besonders wichtig.
2. Acrylglas einlegen Legen Sie das Acrylglas vorsichtig in den Falz. Achten Sie darauf, dass es plan aufliegt und nicht schief sitzt. Die Schutzfolie erst kurz vor dem Einlegen abziehen – und zwar von beiden Seiten, falls vorhanden.
3. Passepartout einlegen Falls Sie ein Passepartout verwenden, kommt es direkt auf das Acrylglas. Der Ausschnitt sollte das Bild gleichmäßig umrahmen. Kontrollieren Sie die Position sorgfältig, bevor Sie weitermachen.
4. Bild an der Rückwand befestigen Das Bild wird nicht lose eingelegt, sondern an der Rückwand fixiert – so sitzt es sicher und verrutscht nicht. Wie das am besten geht, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
5. Rückwand einsetzen Die bestückte Rückwand schließt den Rahmen ab und hält alle Schichten zusammen. Sie sollte fest sitzen, aber nicht so stark drücken, dass das Acrylglas Spannung bekommt.
Das Bild an der Rückwand befestigen
Damit das Bild zuverlässig an der Rückwand sitzt und sich nicht verschiebt, gibt es mehrere bewährte Methoden – je nach Wert und Empfindlichkeit des Werks:
Fotoecken Das Bild wird in kleine Papier- oder Kunststoffecken geschoben, die auf der Rückwand befestigt sind. Vollständig reversibel und ideal für Fotos oder Drucke, die später wieder entnommen werden sollen.
Archivklebeband Säurefreies, archivgeeignetes Klebeband fixiert das Bild schonend an der Rückwand – in der Regel an der Oberkante, sodass es sauber hängt. Für die meisten Anwendungsfälle eine zuverlässige und unkomplizierte Lösung.
Selbstklebende Rückwand Eine praktische Alternative: Rückwände mit selbstklebender Oberfläche, auf der das Bild direkt positioniert und fixiert wird. Das ergibt eine saubere, flächige Verbindung – besonders sinnvoll, wenn das Werk eben aufliegen und sich nicht wellen soll.
Weizenstärke und Methyl-Zellulose Für besonders empfindliche oder seltene Exemplare – etwa historische Grafiken, alte Fotografien oder wertvolle Originale – kommen in der konservatorischen Rahmung natürliche Klebstoffe wie Weizenstärke oder Methyl-Zellulose zum Einsatz. Beide sind vollständig reversibel, säurefrei und schonen das Material langfristig. Sie sind der Standard, wenn es auf höchste Sorgfalt ankommt.
Wichtig: Verwenden Sie für wertvolle Bilder ausschließlich säurefreie, archivgeeignete Materialien. Gewöhnliches Klebeband kann mit der Zeit vergilben und das Papier dauerhaft schädigen. Kleben Sie niemals direkt auf die Vorderseite eines Originals.
Die Rückwand sichern: Flexipoints
Zum Verschließen des Rahmens setzen wir auf Flexipoints – kleine, flexible Metallzungen, die mit einem speziellen Einschlagwerkzeug flach in den Rahmen gedrückt werden und die Rückwand sicher fixieren. Sie liegen flach auf, beschädigen den Rahmen nicht und lassen sich bei Bedarf wieder lösen – ideal für eine saubere, professionelle Rahmung.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Staub unter dem Acrylglas Acrylglas ist statisch aufgeladen und zieht Staub magnetisch an. Arbeiten Sie zügig und wischen Sie kurz vor dem Schließen noch einmal ab. Einmal eingeschlossener Staub ist ärgerlich.
Acrylglas berührt das Bild direkt Ohne Passepartout liegt das Bild direkt am Acrylglas an. Bei Temperaturschwankungen kann Feuchtigkeit entstehen, die das Papier wellenwirft oder Schimmel begünstigt. Ein dünnes Passepartout oder ein Abstandshalter schafft hier Abhilfe.
Falsche Rahmengröße Wenn das Bild zu klein für den Rahmen ist, hilft auch eine gute Befestigung nur bedingt. In diesem Fall sorgt ein passend zugeschnittenes Passepartout dafür, dass alles sauber sitzt.
Fazit
Das richtige Einlegen eines Bildes ist kein Hexenwerk, aber es lohnt sich, die einzelnen Schritte bewusst durchzugehen. Sauberkeit, die richtigen Materialien und eine sorgfältige Fixierung sorgen dafür, dass Ihr Bild langfristig gut aussieht – und geschützt bleibt.
